Keynote

Lukas Brand

Als katholischer Theologe zum KI-Experten werden – dieses Kunststück ist Lukas Brand gelungen. Und das noch vor der Erlangung des Doktortitels! Der smarte 30-jährige forscht an der Ruhr-Universität Bochum zu Fragen, die längst keine Science-Fiction-Spinnerei mehr sind. Ob Roboter im Pflegeheim, selbstfahrende Autos oder autonome Waffensysteme: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn Maschinen eigenständig Entscheidungen treffen? Unvorhergesehene Probleme zu lösen, Sprachen zu lernen und sinnvoll zu kommunizieren – all das wird künftig nicht mehr dem Menschen vorbehalten sein. Künstliche Intelligenz ist für Brand deshalb die nächste intellektuelle Kränkung des Menschen. Für Unternehmen sieht er aber auch ungeahnte Potenziale: Denn dort schlummert eine Menge an Daten, aus denen Algorithmen Informationen bündeln und neue Schlüsse ziehen können. Maschinen-Intelligenz schlägt Manager-Intuition. Manager, so Brand, müssen künftig ein Gespür dafür entwickeln, wie sie KI produktiv nutzen können und welche Entscheidungen sie ihr überlassen wollen.

Lukas Brand, Jahrgang 1989, ist mit seinem Buch „Künstliche Ethik“ schlagartig zum Experten für Künstliche Intelligenz aufgestiegen. Für seine Magisterarbeit zur Maschinen-Ethik wurde ihm 2017 der Rotary-Universitätspreis verliehen. Brand ist Doktorand am Lehrstuhl für Religionsphilosophie und Wissenschaftstheorie an der Katholisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Zurzeit treibt ihn vor allem die Frage um, wie künstliche Intelligenz unser Menschenbild verändert.